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Presseinfo

19.05.2019 - Bericht von Marcus Götz

Freie Bürger in Sachsenhausen - "die schönste Halle der Stadt"

Fast alle Kandidaten der Freien Bürger kamen am Freitag in Sachsenhausen zusammen. Ortsvorsteher Udo Beck führte die Gruppe zunächst durch die Ortsverwaltung. In dem Raum im Erdgeschoß, in dem bis vor kurzen eine Verkaufsstelle einer Metzgerei war, möchte man gerne das Sprechzimmer einrichten. Besonders für ältere Mitbürger sei die Treppe in den ersten Stock ein großes Hindernis. Diesen Punkt habe man daher in die Haushaltsmittelanforderungen aufgenommen, so Beck.

Im Sitzungszimmer erläuterte er an einem Plan die vorgesehene Waldflurbereinigung auf Sachsenhäuser Gemarkung. Da hiervon hunderte Eigentümer mit teilweise kleinsten Parzellen betroffen seien, werde das kein leichtes Unterfangen.

Beim Rundgang durch den Ort kamen von den Besuchern Fragen nach dem Jugendraum, der im Untergeschloss des Kindergartens untergebracht ist. Da immer wieder der Wunsch nach zusätzlichen Jugendräumen auf den Ortschaften geäußert wird, war es positiv zu hören, dass die Nutzung seit einiger Zeit reibungslos laufe. Man habe ein Regelwerk erarbeitet, für das alle Nutzer mit ihrer Unterschrift einstehen müssen. Plane man eine Feier, müssen die Jugendlichen beispielsweise alle Nachbarn vorab persönlich darüber informieren.

Der nächste Stopp fand in der Sachsenhäuser Halle statt. In den letzten Jahren sei diese, auch mit viel Eigenarbeit, auf den neuesten Stand gebracht worden. Zweifellos habe man, schmunzelte Beck, die schönste Halle Wertheims. Probleme habe man lediglich mit der Unterbringung der Bestuhlung. Hierfür wünsche man sich in absehbarer Zeit noch einen kleinen Anbau.

In den Streuobstwiesen am Ortsrand erfuhren die Freien Bürger viel über biologischen Anbau. Seit man die Bestände bio-zertifiziert habe, könne man deutlich höhere Erlöse erzielen. Damit lohne sich auch wieder die Pflege der Obstbaumkulturen. Da die Wiesen zwischen den Bäumen erst sehr spät im Jahr und nur noch begrenzt gemäht werden dürfen, bot sich den Kandidaten ein Blick auf blühende Wiesen, der auch Gemeinderat und Hobbyimker Johann Vogeltanz erfreute.

Den Blick von der Streuobstwiese auf das Neubaugebiet nutzte Beck noch für einige abschließende Erläuterungen. Die Bauplätze seien fast ausgeschöpft. Eine Erweiterung wünsche man sich mehr Richtung Ortsmitte, um die Bebauung näher an den Altort zu bringen. Hierfür sei auch eine zweite Erschließungsstraße ins Baugebiet wünschenswert. Verbunden wäre damit jedoch der Ausbau der Straße nach Waldenhausen, da diese zu schmal sei. Da die nicht unbeträchtlichen Kosten hierfür aber auf die Bauplatzpreise umgelegt werden müssten, überlege man derzeit noch eine günstigere Lösung.

Ein Besuch im Bioland-Hof der Familie Klein beendete den Rundgang. Auf 40 Hektar bewirtschaften die Kleins vollständig bio-zertifizierte Anbauflächen. Ein Schwerpunkt liegt auf Blattfrüchten und Lupinen. Aus den Lupinen erzeugen die Kleins, unterstützt von einem Kaffeeröster in Aschaffenburg, Lupinenkaffee. Anhand zahlreicher Anekdoten berichtete Iris Klein von dem langen Weg den man von der ersten Idee des Lupinenkaffees bis heute zurückgelegt hat. Hauptsächlich über das Internet werde der Kaffee vertrieben, so Iris Klein. Und stolz berichtete ihr Mann Fritz, dass man den Kaffee schon bis nach Tokyo verschickt habe.

Im eigenen kleinen Laden bietet man eigene Produkte und zugekaufte Ware aus der Region an. „Bio aus China nützt uns gar nichts“, brauchte Iris Klein abschließend ihre Philosophie auf den Punkt.