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Presseinfo

03.05.2019 - Bericht von Marcus Götz

Freie Bürger besuchten Schreiner Kraft in Bettingen - Handwerk zwischen Tradition und High-Tech

„Freie Bürger vor Ort“ bedeutet nicht nur Besuche in den Ortschaften und Stadtteilen, sondern auch regelmäßige Unternehmensbesuche. Am Donnerstag trafen sich die Kandidaten und Gemeinderäte in Bettingen zu einer Besichtigung der Schreinerei Kraft.

Stolz führte Inhaber Simon Kraft die Besucher durch sein Produktionsgebäude im Bettinger Gewerbegebiet. Dieses hat mit dem althergbrachten Bild eines Handwerksbetriebs nicht mehr viel gemein; dominieren bei Kraft doch hochmoderne computergesteuerte Maschinen.

Die 23 Mitarbeiter, davon sechs Auszubildende, produzieren unter anderem Innenausbauelemente für den renommierten Yachthersteller Bavaria in Giebelstadt. Alleine die Kantenleimmaschine bringt jährlich 70.000 Meter Furnier auf Schrank- und Schubladenteile auf.

Weiteres Standbein des innovativen Betriebs sind Möbel für Hotels und Ladenbaueinrichtungen. Insbesondere die Nähe zum „Wertheim Village“ hat Kraft in den letzten Jahren viele Aufträge gebracht. So stattet man Shops mit Ladenbausystemen aus; ist aber auch für den Betreiber „Value Retail“ in ganz Europa aktiv. Vor allem wenn es um Sonderprojekte geht, setzt der Outlet-Betreiber auf den Bettinger Handwerksbetrieb.

Doch auch das klassische Handwerk im Bereich Innenausbau und Tischlerei kommt bei den Bettingern nicht zu kurz.

Besonders interessierten sich die Freien Bürger für die Ausbildung bei Kraft. In den letzten Jahren sei das Interesse an einer Ausbildung im Schreinerhandwerk wieder gestiegen, so Simon Kraft. Es sei bemerkenswert, wie viele Frauen sich inzwischen für diesen traditionellen Beruf entscheiden. Von seinen sechs Azubi sind derzeit vier weiblich. Bemerkenswerterweise haben fünf auch Abitur. Schwierig sei es für das Handwerk jedoch, die ausgelernten Kräfte dauerhaft zu halten. Viele würden im Laufe der Zeit von Bauträgern und Objekteinrichtern abgeworben.

Ein Bick in die Heizzentrale der Niedrigenergiehalle rundete den eindrucksvollen Besuch ab. Alle im Berieb anfallenden Holzspäne und Holzabfälle werden gesammelt und für die Heizung verwendet. Man sei damit energetisch völlig autark, so Kraft.

Nachdem man in den letzten Jahren zahlreiche Industriebetriebe in Wertheim besucht hatte, sei der Besuch bei Kraft, so FBW-Vorsitzender Marcus Götz, der erste in einem Handwerksbetrieb gewesen. Wie alle Teilnehmer zeigte auch er sich überrascht von der High-Tech, die im Handwerk in den vergangenen Jahren eingezogen ist. Man setze diese Besuche auch in Zukunft fort, um sich einen Überblick über die Wertheimer Handwerks- und Industriebetrieb zu verschaffen. Nur so könnten die Gemeinderäte nah an den Themen, Wünschen und Problemen der lokalen Wirtschaft bleiben.